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Mindestlohn: Was Arbeitgeber beachten müssen

Der gesetzliche Mindestlohn ist ein zentraler Bestandteil des deutschen Arbeitsrechts und soll sicherstellen, dass Arbeitnehmer für ihre Arbeit eine faire Entlohnung erhalten. Doch für Arbeitgeber bedeutet dies, dass sie bestimmte Vorgaben genau beachten müssen, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige zu dem Thema und welche Pflichten Arbeitgeber in diesem Zusammenhang haben.

  1. Der aktuelle Mindestlohn
  2. Wer hat Anspruch auf den Mindestlohn?
  3. Pflichten der Arbeitgeber
  4. Häufige Fehler und wie man sie vermeide
  5. Sanktionen bei Verstößen
  6. Fazit: Arbeitgeber müssen aufmerksam bleiben

1. Der aktuelle Mindestlohn

Mindestlohn

Seit dem 1. Januar 2024 beträgt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland 12,41 € pro Stunde. Dieser Betrag wird regelmäßig überprüft und kann in der Zukunft weiter angehoben werden. Es ist wichtig, als Arbeitgeber stets über die aktuellen Entwicklungen informiert zu sein, um sicherzustellen, dass Sie den Lohn korrekt umsetzen.

2. Wer hat Anspruch auf den Mindestlohn?

Grundsätzlich haben alle volljährigen Arbeitnehmer einen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Doch es gibt Ausnahmen:

  • Auszubildende: Sie fallen unter das Berufsbildungsgesetz und sind daher vom Mindestlohnregelung ausgenommen.
  • Praktikanten: Pflichtpraktika im Rahmen einer Ausbildung oder eines Studiums sind ebenfalls ausgenommen. Freiwillige Praktika, die länger als drei Monate dauern, müssen jedoch mit dem Mindestlohn vergütet werden.
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten: Diese sind ebenfalls nicht erfasst, da sie nicht unter das Arbeitsverhältnis fallen.

3. Pflichten der Arbeitgeber

Um die gesetzlichen Vorgaben korrekt zu gewährleisten, müssen Arbeitgeber folgende Pflichten erfüllen:

  • Lohnberechnung: Der Mindestlohn muss für jede gearbeitete Stunde gezahlt werden. Es ist wichtig, alle geleisteten Arbeitsstunden korrekt zu erfassen, inklusive Überstunden.
  • Arbeitszeiterfassung: Arbeitgeber sind verpflichtet, die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter genau zu dokumentieren. Dies gilt insbesondere für Branchen, in denen häufig geringfügig Beschäftigte arbeiten, wie z. B. im Gastgewerbe oder Baugewerbe. Verstöße gegen die Dokumentationspflicht können empfindliche Bußgelder nach sich ziehen.
  • Pünktliche Zahlung: Der Lohn muss spätestens zum vereinbarten Zeitpunkt gezahlt werden. Eine verspätete Auszahlung kann ebenfalls rechtliche Folgen haben.

4. Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Trotz klarer Regelungen kommt es häufig zu Fehlern bei der Umsetzung. Zu den häufigsten Fehlern gehören:

  • Falsche Berechnung der Arbeitszeit: Oft werden Pausen oder Überstunden nicht korrekt erfasst oder vergütet. Auch Bereitschaftsdienste und Reisezeiten müssen in vielen Fällen als Arbeitszeit angerechnet werden.
  • Unvollständige Aufzeichnungen: Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass die Arbeitszeit genau und vollständig erfasst wird. Fehlende oder unzureichende Dokumentation kann zu Sanktionen führen.
  • Unterschätzung bei Minijobs: Auch geringfügig Beschäftigte (Minijobber) haben Anspruch auf den Mindestlohn. Arbeitgeber sollten besonders darauf achten, dass die Verdienstgrenze von 520 € monatlich nicht durch Überstunden oder andere Zusatzarbeiten überschritten wird.

5. Sanktionen bei Verstößen

Verstöße gegen das Mindestlohngesetz können für Arbeitgeber schwerwiegende Konsequenzen haben. Es drohen Bußgelder von bis zu 500.000 €. Zudem kann ein Unternehmen von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen werden, wenn es gegen die Mindestlohnregelungen verstößt. Die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben sollte daher eine sehr hohe Priorität in Unternehmen haben, um rechtliche und finanzielle Risiken zu minimieren und seinen guten Ruf nicht zu riskieren.

6. Fazit: Arbeitgeber müssen aufmerksam bleiben

Der gesetzliche Mindestlohn mag auf den ersten Blick einfach erscheinen, doch die Umsetzung erfordert von Arbeitgebern genaue Kenntnisse und eine sorgfältige Dokumentation. Die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben ist nicht nur eine rechtliche Pflicht, sondern auch ein Zeichen von fairem Umgang mit den eigenen Mitarbeitern und hilft insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels Vertrauen, Transparenz und Fairness gegenüber seinen Arbeitnehmern zu repräsentieren.

Wenn Sie Fragen zur korrekten Umsetzung haben oder unsicher sind, wie Sie Ihre Arbeitszeiterfassung rechtskonform gestalten, stehen wir Ihnen gerne zur Seite. Unsere Kanzlei unterstützt Arbeitgeber und Arbeitnehmer in allen Fragen rund um den Lohn, Arbeitszeiten und die Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorgaben. Wir sind spezialisiert im Arbeitsrecht.

Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung. Wir helfen Ihnen, rechtliche Stolpersteine zu umgehen und Ihr Unternehmen rechtssicher aufzustellen.

Darja Hannekum - Rechtsanwältin Fachanwältin für IT-Recht
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Rechtsanwältin Darja Hannekum, 
LL.M. (University of Miami)
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